TEXTILKUNST    Beate Baberske0
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Lorenzkiche Nürnberg

Installation ROT

Rot – Die Farbe der Liebe, des Blutes und des Feuers weist auf das Wirken des Heiligen Geistes und das Bekennen des Glaubens hin. Es schmückt die Kirchen in der Pfingstwoche, an allen Aposteltagen, zu den Gedenktagen der Märtyrer, an Kirchweih, zur Konfirmation und zur Ordination.  

Rot – so nennt sich die Installation, die diesen Kirchenraum verändert. Ich habe rote Markierungen gesetzt. An der Hauptorgel, in der Mitte des Raumes und an der Galerie im Chorumgang.

   

Blick vom Hauptaltar anläßlich der "Blauen Nacht"

Foto: Diakonisse Ruth Gänstaller

 

Impression während einer der immer wiederkehrenden Bauarbeiten

Foto: Dr. Jürgen Körnlein

 

Der Hauptaltar und die Kanzel werden durch die Farbe aus ihrem Umfeld herausgehoben. Musik, Raum, Licht– diese immateriellen Dinge werden sichtbar.

Fünf Markierungen sind aus transparentem Stoff, der sich in verschiedenen Rotabstufungen überlagert und durch eine goldene Linie akzentuiert wird. Die Breite aller Bahnen nimmt von oben nach unten hin ab, wird immer transparenter, immer transzendenter.

Die Farbe „verbraucht“ sich. Das Gold macht sie zu etwas Besonderem, die Luft bewegt sie und lässt den Stoff chargieren. Alles zusammen weckt die Erinnerung an Feuer. Allerdings ist hier alles anders, kein lautes Prasseln, sondern l e i s e s Wehen, nicht von unten nach oben züngelnd sondern durch das Gewölbe hindurch brechend, nach unten weniger werdend. Es ist der Geist, der weht. Da, wo sich die Musik in sein Wehen mischt, da, wo der Namenspatron, Laurentius, in der Kirche seinen Platz hat und natürlich auch durch den Ringschlußstein, der hier von allen „Heilig-Geist-Loch“ genannt wird.

An Altar und Kanzel materialisiert sich das Rot zu massiver Farbe. Keine Leichtigkeit mehr, das Gold schimmert nur dezent, der Stoff nimmt flammende Gestalt an. Der Geist wirkt an diesen Orten mit neuer Kraft, an der Kanzel durch das Wort, am Altar wird beim Abendmahl Brot und Wein gewandelt.

Fünf und zwei gibt sieben.

Am siebten Tag ruht Gott; deshalb ist die Sieben heilig. Es gibt neben den sieben Tagen der Woche die sieben Gaben des Heiligen Geistes: Verstand, Wissenschaft, Weisheit, Rat, Frömmigkeit,

Gottesfurcht und Stärke.

Ich möchte, dass die Installation Ihnen einen neuen Blick auf ihre alte, bekannte Kirche ermöglicht und dem Namenspatron der Kirche in seinem Jubiläumsjahr einen besonderen Rahmen gibt. Lassen Sie den Heiligen Geist auf sich wirken. (Text der Künstlerin zur Einweihung)

transparente Stoffe, verschiedene Goldborten

seit 2008 jährlich zu besonderen Anlässen

 

Passionsinstallation 2004

Paramente können mit ihrer Farbigkeit den Raumeinsdruck einer Kirche komplett verändern. Allerdings kommt die klassische Form der Paramente als schmückendes Textil vor dem Altar und der Kanzel hängend bei Räumen wie der Lorenzkirche schnell an ihre Grenzen.

Allerdings ist Textil ein sehr flexibles und leichtes Material, das schnell große Flächen erzeugen kann und damit schon im Mittelalter für Fastentücher eingesetzt wurde. Im Geiste dieser Tradition entstand das Projekt.

Durch violette Stoffbahnen entsteht eine violette Achse vom Altar über den Triumphbogen bis zur Kanzel quer durch den Raum. 

Das mittelalterliche Altarkreuz, das immer in Konkurrenz mit dem Kaiserfenster dahinter steht, wird durch eine breite Stoffbahn für den Betrachter sichtbarer gemacht. Der Akzent unterstreicht die Intention der Kirchnejahreszeit.

Zwei schmale Schals markieren den Ort des modernen Mensa-Altars.

Die Kanzel erhält ebenfalls einen langen, die Dimension des Kanzelkorbes sprengenden Schal.

Die Gemeinde hat die Altargestaltung seit 2004 beibehalten.

 

 

 

 

 

Interim für das Kaiserfenster 2005 bis 2006

 

An prominenter Stelle, direkt im Chorhaupt der Nürnberger Lorenzkirche, schmückt das so genannte Kaiserfenster seit Jahrhunderten den Kirchenraum. Das von Kaiser Friedrich III. in den Jahren 1476/77 gestiftete Kunstwerk wurde ein Jahr lang restauriert. Fachleute bauten das Fenster aus und beließen nur eine Schutzverglasung.

Das grelle Licht empfanden viele Kirchenbesucher als unangenehm.Dekan Christian Schmidt bat deshalb Beate Baberske-Krohs, Leiterin der Neuendettelsauer Paramentenwerkstatt, Vorschläge für eine Zwischenlösung für die etwa eineinhalbjährige Restaurierungszeit zu liefern. Die Innenstadtgemeinde wählte eine Installation mit farbverändernden Folien aus.

"Je nach Tageszeit und Lichteinfall ändert sich die Farbe der Folie", erklärt Beate Baberske-Krohs. Während das Fenster tagsüber rosa schimmert, fällt gegen Abend ein satter Violett-Ton in den Kirchenraum. Umrahmt wird das farbige Rechteck von weißen Folien, die einen Milchglaseffekt erzeugen.

Bei ihrer Installation hat die Werkstattleiterin Gliederung und Farben von benachbarten Fenstern übernommen. So stellt das moderne Kunstwerk eine Verbindung zum historischen Raum her und setzt gleichzeitig einen Kontrapunkt zum Jetzt.

 

 

 

 

 

 



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